Das Wichtigste in Kürze
Ein Anbieter von Beton-Fertiggaragen aus Baden-Württemberg wollte mit Google Ads mehr planbare Anfragen aus seinem wirtschaftlich relevanten Liefer- und Montagegebiet gewinnen. Das Konto war aktiv, erzeugte aber zu wenig verwertbare Anfragen und war in Kampagnen, Zielseiten und regionaler Ausrichtung nicht konsequent auf das Geschäftsmodell abgestimmt.
Die Lösung bestand nicht aus einer einzelnen Maßnahme: Kampagnen, Suchbegriffe, Anzeigen und Landingpages wurden überarbeitet; die Ausrichtung wurde auf das reale Liefergebiet fokussiert; die mobile Nutzerführung wurde vereinfacht. Ergänzend entstand ein Garagen-Konfigurator, über den Interessenten Größe, Ausführung und Optionen bereits vor ihrer Anfrage konkretisieren konnten.
Im betrachteten 12-Monats-Zeitraum wurden 1.589 Lead-Conversions gemessen. Je nach Kampagnentyp und Saison lagen die Kosten je Lead gegenüber dem Ausgangsniveau 25 bis 40 Prozent niedriger. Diese Entwicklung ist als Ergebnis fortlaufender Optimierung zu verstehen – nicht als Effekt einer einzelnen Kampagneneinstellung.
Ausgangslage
Beton-Fertiggaragen sind ein regional geprägtes Produkt: Lieferung, Kran- und Montageeinsatz, Zufahrt, Fundamentvoraussetzungen und verfügbare Kapazitäten definieren, in welchen Gebieten Anfragen wirtschaftlich sinnvoll bearbeitet werden können. Eine große geografische Reichweite ist daher nicht automatisch ein Vorteil.
Bei Übernahme war das Google-Ads-Konto vorhanden und aktiv. Es fehlte jedoch eine abgestimmte Systematik: Kampagnenstruktur, Suchbegriffe, Anzeigen, Landingpages und regionale Steuerung griffen nicht konsequent ineinander. Anfragen entstanden, aber nicht in der Menge und Planbarkeit, die für die Vertriebssteuerung erforderlich war.
Ziel und Messung
Ziel war nicht maximale Reichweite, sondern ein verlässlicher Strom relevanter Anfragen aus dem wirtschaftlich erreichbaren Liefergebiet. Für diese Fallstudie bezeichnet „Lead-Conversion” eine über Google Ads erfasste Kontaktaufnahme, etwa über ein abgesendetes Anfrageformular oder eine Konfigurator-Anfrage. Die Kennzahl bildet damit zunächst gemessene Kontaktchancen ab – nicht automatisch Angebote, Aufträge oder Umsätze.
Die Bewertung erfolgte anhand von Leadvolumen, Kosten je Lead, regionaler Passung der Anfragen und der Informationsqualität der übermittelten Kontaktdaten. Für die weitere Optimierung empfiehlt sich zusätzlich ein CRM-Abgleich: Google Ads ermöglicht die Rückmeldung qualifizierter und konvertierter Leads aus CRM- oder internen Lead-Systemen. So kann die Gebotsstrategie stärker auf vertrieblich relevante Kontakte statt nur auf Formulareinsendungen ausgerichtet werden.
Was verändert wurde
1. Basis: Kampagnen, Suchbegriffe und Zielseiten
Zunächst wurde die Grundlage überarbeitet: Kampagnen wurden klarer strukturiert, Suchbegriffe und Ausschlüsse geschärft, Anzeigen neu aufgebaut und Landingpages auf die jeweiligen Suchintentionen abgestimmt. Das beseitigt keine Nachfrageprobleme per Knopfdruck, schafft aber die Voraussetzung, Budget nachvollziehbar zu steuern und belastbare Tests durchzuführen.
2. Regionale Präzision statt breiter Streuung
Die Kampagnen wurden auf den wirtschaftlich relevanten süddeutschen Lieferbereich fokussiert: große Teile Baden-Württembergs sowie angrenzende Gebiete Bayerns. Entscheidend war nicht nur die Auswahl der Regionen, sondern auch die Prüfung der Standortoptionen. Google Ads kann Personen erreichen, die sich im Zielgebiet aufhalten, regelmäßig dort sind oder Interesse daran gezeigt haben. Für ein liefergebundenes Produkt muss die Einstellung deshalb so gewählt und kontrolliert werden, dass unnötige Reichweite außerhalb des realen Liefergebiets begrenzt wird.
Das Ergebnis war eine passendere Budgetverteilung: Ein größerer Anteil der Ausgaben konzentrierte sich auf Regionen, in denen Lieferung und Montage grundsätzlich wirtschaftlich darstellbar sind. Die genaue Ausgestaltung muss regelmäßig gegen tatsächliche Liefergrenzen, Montagekapazitäten und vertriebliche Rückmeldungen geprüft werden.
3. Mobile Nutzerführung als Priorität
Die Kontodaten zeigten eine relevante mobile Nutzung entlang der Recherche- und Anfragewege. Deshalb wurden Anzeigen, Landingpages und Formulare aus der Perspektive kleiner Bildschirme überarbeitet: klarere Einstiege, kürzere Wege zur Anfrage, gut bedienbare Formulare und eine technisch schlanke Nutzerführung. Mobile Optimierung bedeutet dabei nicht nur ein responsives Layout. Relevant sind auch Ladezeit, Verständlichkeit, Eingabekomfort und die Zahl der Schritte bis zur Kontaktaufnahme.
4. Konfigurator für besser vorbereitete Anfragen
Ein zentraler Baustein war ein eigens entwickelter Garagen-Konfigurator. Interessenten können wesentliche Produktmerkmale wie Größe, Ausführung und Optionen vorab auswählen und anschließend eine Anfrage senden. Dadurch liegen dem Vertrieb bei der Erstbearbeitung mehr produktbezogene Informationen vor als bei einer allgemeinen Kontaktanfrage.
Die Google-Ads-Kampagnen führten gezielt auf passende Konfigurator-Einstiege. Der Konfigurator ersetzt keine fachliche Beratung und garantiert keinen Abschluss. Er kann jedoch die Selbstselektion unterstützen, Rückfragen strukturieren und die Erstbearbeitung im Vertrieb effizienter machen.
5. Fortlaufende Tests und Demand Gen als Ergänzung
Das Konto wurde nicht nach der ersten Restrukturierung in einen Verwaltungsmodus überführt. Suchbegriffe, Anzeigen, Landingpages, Zielwerte und Kampagnenlogik werden fortlaufend geprüft. Testzyklen brauchen ausreichend Daten und Zeit; häufige, unstrukturierte Eingriffe können die Bewertung erschweren und automatisierte Gebotsstrategien destabilisieren.
Ergänzend wurden Demand-Gen-Kampagnen getestet. Während Suchkampagnen bestehende, aktiv formulierte Nachfrage auffangen, können Demand-Gen-Formate Reichweite auf visuellen Google-Flächen wie YouTube, Discover und Gmail aufbauen. Im Projekt ergänzten sie die Suche um zusätzliche gemessene Lead-Conversions. Ihre Bewertung sollte jedoch nicht allein auf Plattform-Leads beruhen, sondern mit Qualitätssignalen aus Vertrieb oder CRM abgeglichen werden.
Ergebnisse
1.589 Lead-Conversions in 12 Monaten: Gemessene Kontaktanfragen über die definierten Google-Ads-Conversion-Aktionen.
25 bis 40 Prozent geringere Kosten je Lead: Die Spannweite variiert nach Kampagnentyp, Suchintention, Saison und Vergleichszeitraum.
Mehr Informationsqualität in Konfigurator-Anfragen: Produktmerkmale können bereits vor dem ersten Vertriebskontakt übermittelt werden.
Erweiterung über die Suche hinaus: Demand Gen ergänzte hochintentionale Suchkampagnen um zusätzliche Reichweite und weitere gemessene Leads.
Die Entwicklung entstand schrittweise. Die Restrukturierung schuf die Grundlage, die regionale Steuerung verringerte unpassende Streuung, die mobile Nutzerführung reduzierte Hürden und der Konfigurator verbesserte die Informationsbasis der Anfragen. Erst die Kombination dieser Maßnahmen machte die Leadgenerierung langfristig planbarer.
Was nicht sofort funktioniert hat
Die Herausforderungen waren nicht spektakulär, aber typisch: Es brauchte Testzyklen, um tragfähige Suchbegriffe, Anzeigenvarianten, Landingpage-Inhalte und Conversion-Ziele zu identifizieren. Nicht jede Anpassung erzeugt sofort einen positiven Effekt, und einzelne Wochen sind wegen Nachfrage, Wettbewerb und Saisonalität nur begrenzt aussagekräftig.
Entscheidend war die Disziplin, Veränderungen messbar zu dokumentieren, Tests nicht vorschnell abzubrechen und Ergebnisse nicht überzuinterpretieren. Gerade bei automatisierten Gebotsstrategien muss genügend Datenvolumen vorhanden sein, bevor Zielwerte oder Strukturen fundiert angepasst werden.
Was dieser Fall zeigt
Erstens: Bei liefergebundenen Produkten ist regionale Ausrichtung ein wirtschaftlicher Hebel. Das Kampagnengebiet sollte an realen Liefer- und Montagegrenzen ausgerichtet werden, nicht allein an administrativen Regionen oder maximal möglicher Reichweite.
Zweitens: Leadqualität beginnt vor dem Formular. Ein Konfigurator, ein strukturierter Anfrageprozess oder andere qualifizierende Elemente können die Angaben verbessern, die Vertriebsteams für eine sinnvolle Erstansprache benötigen.
Drittens: Google-Ads-Konten sind nie dauerhaft „fertig”. Nachfrage, Wettbewerb, Kampagnenformate, Messmethoden und das Angebot selbst verändern sich. Ein belastbares Konto braucht daher regelmäßige Analyse, kontrollierte Tests und ein Feedback aus dem Vertrieb.
Häufige Fragen
Warum regionale Google Ads statt maximaler Reichweite?
Bei Produkten mit Lieferung und Montage kann Reichweite außerhalb des wirtschaftlich bedienbaren Gebiets zu Kosten führen, ohne realistische Verkaufschancen zu schaffen. Die Ausrichtung sollte daher dem tatsächlichen Liefer- und Montagegebiet folgen und regelmäßig mit operativen Grenzen abgeglichen werden.
Was bringt ein Konfigurator für die Leadgenerierung?
Ein Konfigurator kann Interessenten helfen, ihre Anforderungen zu konkretisieren. Für den Vertrieb liegen dadurch häufig bereits Angaben zu Größe, Ausführung oder Optionen vor. Ob sich daraus auch bessere Angebots- oder Abschlussquoten ergeben, sollte mit CRM-Daten geprüft werden.
Ist Demand Gen ein Ersatz für Suchkampagnen?
Nein. Suchkampagnen erfassen Menschen mit bereits formulierter Nachfrage. Demand Gen kann als Ergänzung helfen, frühere Phasen der Entscheidung zu erreichen und zusätzliche Reichweite aufzubauen. Beide Kampagnentypen benötigen getrennte Erfolgskriterien und sauberes Conversion-Tracking.
Wie wichtig ist Mobile-Optimierung?
Wenn ein relevanter Teil der Recherche und Kontaktaufnahme mobil stattfindet, können Ladezeit, Formularbedienung und Klickwege die Conversion-Rate erheblich beeinflussen. Die Prioritäten sollten anhand der eigenen Geräte-, Landingpage- und Conversion-Daten gesetzt werden.
Wie lange dauert es, bis ein Konto planbar Leads liefert?
Erste Effekte einer sauberen Restrukturierung können innerhalb von Wochen sichtbar werden. Verlässliche Aussagen brauchen aber ausreichend Daten über mehrere Testzyklen und idealerweise über saisonal vergleichbare Zeiträume. Bei hochpreisigen Bauprodukten ist zusätzlich die Rückmeldung aus dem Vertrieb entscheidend.
Redaktioneller Hinweis vor Veröffentlichung
Die im Artikel verwendeten Ergebniswerte stammen aus dem vorliegenden Entwurf und wurden redaktionell als 12-Monats-Fallstudie eingeordnet. Vor Veröffentlichung sollten Zeitraum, Leaddefinition, Vergleichsbasis des Cost per Lead und die verwendeten Conversion-Aktionen im Google-Ads- und CRM-Reporting final verifiziert werden. Öffentliche Fachquellen können plausible Benchmarks und Funktionsweisen erklären, jedoch keine kundenspezifischen Leistungsdaten ersetzen.
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Jörg Hehl
Gründer & Geschäftsführer, Easeium LLC
20+ Jahre Erfahrung in Performance Marketing, SEO und Web-Analytics. Spezialisiert auf KI-Sichtbarkeit (GEO), EU AI Act Compliance und datengetriebenes Wachstum.