Das Wichtigste in Kürze
Für die Google-Ads-Jahresplanung 2027 stehen zwei bestätigte Produktumstellungen im Mittelpunkt: Dynamische Suchanzeigen (DSA) werden ab Februar 2027 automatisch auf AI Max umgestellt, und bestehende Call Ads erhalten ab Februar 2027 keine Impressionen mehr. Zudem läuft seit dem 17. August 2026 schrittweise eine Änderung für budgetbeschränkte Kampagnen mit zielbasierten Gebotsstrategien aus.
Wer früh plant, kann die eigene Kontostruktur, Landingpages, Markensteuerung, URL-Logik und Conversion-Messung vor den Umstellungen prüfen. Wer erst zum Stichtag reagiert, verliert Zeit für Vergleichstests und muss Veränderungen unter laufendem Geschäftsdruck bewerten.
Hinweis zum Funktionsstand
Google Ads entwickelt Funktionen schrittweise, kontospezifisch und teilweise regional aus. Dieser Beitrag bildet den öffentlich dokumentierten Stand von August 2026 ab. Prüfen Sie Hinweise im eigenen Konto und die aktuelle Google-Ads-Hilfe vor jeder Migration. Eine Ankündigung beschreibt die Plattformfunktion; sie ersetzt keine Prüfung der individuellen Konto-, Tracking- und Vertriebsdaten.
Warum die Planung 2027 früher beginnt
Jahresplanung bedeutet nicht mehr nur, Budgets fortzuschreiben und Saisonkurven zu prüfen. Für 2027 müssen Unternehmen auch Kampagneninventar, Tracking, Zielwerte und Migrationsrisiken in einen gemeinsamen Ablauf bringen. Die zentrale Frage lautet nicht, ob Automatisierung eingesetzt wird, sondern ob sie mit belastbaren Geschäftssignalen und nachvollziehbaren Kontrollmechanismen gesteuert wird.
Eine selbst vorbereitete Umstellung schafft Raum für Baselines und Tests. Vorher-Nachher-Werte können nur dann sinnvoll bewertet werden, wenn die bisherigen Zielwerte, Conversion-Aktionen, Budgets, Suchbegriffe, Landingpages und Vertriebsdaten dokumentiert sind.
Die wichtigsten Termine
Seit 17. August 2026: Änderung bei zielbasiertem Bidding
Google rollt seit dem 17. August 2026 global schrittweise Änderungen für Kampagnen aus, die als „Durch Budget eingeschränkt” markiert sind und zielbasierte Gebotsstrategien verwenden, etwa Ziel-CPA oder Ziel-ROAS. Solche Kampagnen sollen auch nach Budgetanpassungen konsistenter auf den hinterlegten Zielwert ausgesteuert werden. Der Zielwert wird nicht automatisch angepasst.
Planungsfolge: Prüfen Sie, ob tCPA- und tROAS-Ziele noch zu Marge, Leadqualität und Wachstumsziel passen. Historische Übererfüllung eines Zielwerts ist kein belastbarer Grund, eine Zielvorgabe unverändert fortzuschreiben. Berücksichtigen Sie außerdem, dass der Rollout schrittweise erfolgen kann und in einzelnen Konten nicht sofort sichtbar sein muss.
Ab September 2026: ausgewählte Suchkampagnen und AI Max
Google dokumentiert für September 2026 automatische Upgrades auf AI Max für Suchkampagnen, die die kampagnenweite Broad-Match-Einstellung verwenden. Auch Funktionen rund um Text Customization, früher automatisch erstellte Assets, sind an AI Max gebunden. Nicht jede Kampagne mit einzelnen Broad-Match-Keywords ist damit automatisch gemeint: Entscheidend ist die spezielle kampagnenweite Broad-Match-Einstellung.
Planungsfolge: Inventarisieren Sie betroffene Kampagnen, sichern Sie Benchmarks und dokumentieren Sie Marken-, URL- und Ausschlusslogiken. Prüfen Sie AI Max bevorzugt zuerst in einem abgegrenzten Setup mit ausreichend Conversion-Daten, statt eine Kernkampagne ohne Vergleichsrahmen vollständig umzustellen.
Bis Februar 2027: DSA-Migration vorbereiten
Ab Februar 2027 werden Kampagnen mit Dynamic Search Ads automatisch auf AI Max umgestellt. Google verweist darauf, dass DSA-Setups und zugehörige Targeting-Elemente im Zuge der Umstellung berücksichtigt werden. Unternehmen mit Seitenfeeds, Kategorien oder umfangreichen URL-Ausschlüssen sollten diese Elemente vorab dokumentieren und nach der Migration gezielt kontrollieren.
Planungsfolge: Entscheiden Sie vor dem Stichtag, welche URLs, Produktbereiche und Landingpages weiterhin für dynamische Aussteuerung geeignet sind. Unklare, veraltete oder nicht vertriebsfähige Seiten sollten vor einer stärker automatisierten Zielseitenwahl bereinigt oder ausgeschlossen werden.
Bis Februar 2027: Call Ads in RSA mit Call Assets überführen
Neue Call Ads können seit Februar 2026 nicht mehr erstellt werden. Ab Februar 2027 erhalten bestehende Call Ads keine Impressionen mehr. Google empfiehlt, Rufnummern über Call Assets in responsiven Suchanzeigen (RSA) einzubinden. Für anruforientierte Geschäftsmodelle ist dies keine kosmetische Anpassung, sondern eine Umstellung von Anzeigenformat, Messung und Nutzerführung.
Planungsfolge: Prüfen Sie Anrufzeiten, Zuständigkeiten, Erreichbarkeit und Call-Tracking. Messen Sie nicht nur Anrufvolumen, sondern – soweit möglich – Gesprächsqualität, Terminquote oder Vertriebsstatus. Eine hohe Zahl kurzer oder nicht erreichter Anrufe ist kein belastbares Erfolgssignal.
AI Max: kontrolliert testen statt pauschal ausrollen
AI Max erweitert Suchkampagnen um zusätzliche Automatisierungsoptionen. Dazu gehören unter anderem weitergehende Matching- und kreative Anpassungsmöglichkeiten sowie eine stärkere Automatisierung der Zielseitenlogik. Das kann zusätzliche Reichweite und Conversion-Chancen erschließen; es erhöht zugleich die Anforderungen an Messung, Seitenqualität und laufende Kontrolle.
Für die Planung sind zwei Voraussetzungen zentral: Erstens müssen primäre Conversion-Aktionen tatsächlich wirtschaftlich relevante Ziele abbilden. Zweitens braucht die Kampagne ausreichend Daten, damit automatisierte Gebotsstrategien sinnvoll lernen können. Wo diese Grundlagen fehlen, sollte die Priorität zunächst auf Tracking, Consent, Landingpages und CRM-Rückmeldung liegen – nicht auf einem großflächigen Feature-Rollout.
Definieren Sie primäre Conversions bewusst und vermeiden Sie, dass bloße Mikrointeraktionen als Hauptziel dienen.
Sichern Sie Vergleichswerte für Kosten, Conversion-Volumen, Conversion-Wert, Suchanfragen, Leadqualität und relevante Landingpages.
Dokumentieren Sie Markensteuerung, negative Keywords, URL-Ausschlüsse und Verantwortlichkeiten vor dem Test.
Bewerten Sie Tests über ausreichend lange, saisonal möglichst vergleichbare Zeiträume und mit Rückmeldung aus dem Vertrieb.
Performance Max: Transparenz nutzen, Grenzen akzeptieren
Performance Max bündelt Ausspielung über mehrere Google-Kanäle. Google hat das Reporting erweitert: Das Channel-Performance-Reporting soll sichtbar machen, über welche Kanäle Kampagnen zu Conversion-Zielen beitragen; zudem wurden Suchanfragen- und Asset-Reporting ausgebaut. Diese Transparenz ist wertvoll, bedeutet aber nicht vollständige Steuerbarkeit oder den kausalen Nachweis eines inkrementellen Effekts.
In der Jahresplanung sollte PMax daher nicht automatisch fortgeschrieben werden. Prüfen Sie Zieldefinition, Asset-Qualität, Suchanfragen, Kanalverteilung, Markenanteile, Neukundenlogik und den Zusammenhang mit anderen Kampagnen. Negative Keywords und Brand Exclusions können die Kontrolle unterstützen; ihre Verwendung muss jedoch zur konkreten Kampagnen- und Markenstrategie passen.
Ein Vergleich zwischen PMax und Suchkampagnen ist sinnvoll, wenn Zielgruppen, Conversion-Definitionen, Budgets und Zeiträume vergleichbar gemacht werden. Beide Kampagnentypen erfüllen jedoch oft unterschiedliche Rollen: Search erfasst explizite Nachfrage, während PMax kanalübergreifend auf Conversion-Ziele optimiert.
Budgetplanung 2027
Statt nur ein Jahresbudget pro Kampagnentyp festzulegen, empfiehlt sich eine Aufteilung nach Zweck. Damit bleiben profitable Bestandsmaßnahmen geschützt, während Tests und Migrationen nicht unkontrolliert das Kerngeschäft belasten.
Bestandsbudget: Für bewährte, wirtschaftlich tragfähige Kampagnen und saisonale Kerngeschäfte.
Migrationsbudget: Für die Umstellung von DSA, Call Ads, Tracking-Setups, Anzeigenstrukturen und Zielseiten.
Testbudget: Für abgegrenzte AI-Max-, PMax-, Creative- oder Zielgruppenexperimente mit klarer Hypothese und Abbruchkriterium.
Messbudget: Für Consent-Management, Conversion-Tracking, Call-Tracking, CRM-Integration, Reporting und die Rückmeldung qualifizierter Leads.
Eine pauschale Budgetreserve in Prozent wäre ohne Kontogröße, Saisonalität, Zielwerte und Datenvolumen unseriös. Wichtig ist stattdessen, Migrationen nicht in geschäftskritische Spitzenphasen zu legen und deren Lern- bzw. Vergleichszeit ausdrücklich in der Planung zu berücksichtigen.
Planungsfahrplan
Jetzt: Konto und Messung inventarisieren
DSA, Call Ads, kampagnenweite Broad-Match-Einstellungen und Text-Customization-Setups identifizieren.
Conversion-Aktionen, Attribution, Consent-Setup, Call-Tracking und CRM-Rückmeldung prüfen.
Baseline dokumentieren: Budget, Zielwerte, Leads, qualifizierte Leads, Kosten, Conversion-Werte und saisonale Vergleichszeiträume.
Q4 2026: Tests und Migration vorbereiten
AI Max in klar abgegrenzten Kampagnen oder Experimenten bewerten, sofern Tracking und Datenbasis dafür geeignet sind.
Call Ads in RSA mit Call Assets überführen und die Erreichbarkeit des Vertriebs absichern.
DSA-Feeds, Kategorien, URL-Logik und Ausschlüsse bereinigen und dokumentieren.
Q1 2027: Umstellungen kontrollieren
DSA- und Call-Ad-Umstellungen anhand der gesicherten Baseline kontrollieren.
PMax über Kanal-, Suchanfragen- und Asset-Reporting bewerten; keine Entscheidung allein aus einer Plattformkennzahl ableiten.
Zielwerte und Budgets anhand von Leadqualität und wirtschaftlichen Zielen neu kalibrieren.
Ab Q2 2027: Quartalsroutine etablieren
Pro Quartal mindestens ein strukturiertes Konto- und Tracking-Review durchführen.
Änderungen dokumentieren und bei größeren Eingriffen jeweils eine neue Performance-Baseline festhalten.
Vertriebsfeedback zu qualifizierten Leads, Angeboten und Abschlüssen in die Google-Ads-Steuerung zurückspielen.
Häufige Fragen
Was passiert mit DSA-Kampagnen ab Februar 2027?
Google dokumentiert eine automatische Umstellung bestehender DSA-Kampagnen auf AI Max ab Februar 2027. Unternehmen sollten Seitenfeeds, Kategorien, URL-Ausschlüsse, Zielseiten und Conversion-Ziele davor dokumentieren und anschließend überprüfen.
Was passiert mit bestehenden Call Ads?
Bestehende Call Ads erhalten ab Februar 2027 keine Impressionen mehr. Für telefonorientierte Leadgewinnung empfiehlt Google responsive Suchanzeigen mit Call Assets. Bereiten Sie die Umstellung inklusive Call-Tracking und Vertriebsprozess frühzeitig vor.
Welche Suchkampagnen sind ab September 2026 betroffen?
Google nennt insbesondere Kampagnen mit kampagnenweiter Broad-Match-Einstellung für ein automatisches AI-Max-Upgrade. Prüfen Sie zusätzlich Text-Customization- bzw. bisherige ACA-Setups in Ihrem Konto. Einzelne Broad-Match-Keywords sind nicht mit der kampagnenweiten Einstellung gleichzusetzen.
Warum muss ich tCPA oder tROAS nach August 2026 prüfen?
Für budgetbeschränkte Kampagnen mit zielbasierter Gebotsstrategie rollt Google seit dem 17. August 2026 eine Änderung aus, die die Aussteuerung konsistenter auf den hinterlegten Zielwert ausrichten soll. Da Ziele nicht automatisch angepasst werden, sollten Sie kontrollieren, ob sie weiterhin zu den gewünschten wirtschaftlichen Ergebnissen passen.
Gehört GEO in die Jahresplanung?
GEO steht für Generative Engine Optimization: Maßnahmen, die fachlich belastbare, strukturierte und zitierfähige Marken- und Produktinformationen für KI-gestützte Antwortsysteme bereitstellen. Prüfen Sie dies als Ergänzung im Content- und SEO-Plan, insbesondere bei informationsintensiven Kaufentscheidungen. GEO ersetzt weder Google Ads noch Suchmaschinenoptimierung.
Redaktioneller Prüfhinweis vor Veröffentlichung
Die Termine und Funktionsaussagen in diesem Beitrag wurden gegen die öffentlich zugängliche Google-Ads-Dokumentation mit Stand August 2026 geprüft. Google kann Rollouts, Funktionsumfang und Verfügbarkeit ändern. Ergänzen Sie vor Veröffentlichung ein Aktualisierungsdatum und prüfen Sie in regelmäßigen Abständen, ob Fristen oder Migrationsdetails angepasst wurden.
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Jörg Hehl
Gründer & Geschäftsführer, Easeium LLC
20+ Jahre Erfahrung in Performance Marketing, SEO und Web-Analytics. Spezialisiert auf KI-Sichtbarkeit (GEO), EU AI Act Compliance und datengetriebenes Wachstum.